UV-Strahlung begünstigt aktinische Keratose – Vorsicht vor zu viel Sonne

Wir alle lieben wärmende Sonnenstrahlen, doch zu viel UV (ultraviolette)-Strahlung schadet unserer Haut. Bräunung und Verdickung der Haut sind eine Reaktion auf diese Strahlen. Akute Hautschäden treten auf, wenn ein bestimmter Grenzwert an Strahlung überschritten wurde. Dieser ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Bei zu starker Sonneneinstrahlung oder gar einem Sonnenbrand wird DNA geschädigt. Wenn der Körper diese Schäden nicht mehr selbst reparieren kann, kommt es zur Entartung von Zellen und das Risiko für Hautkrebs steigt.

WEISSER HAUTKREBS EHER BEI DAUERHAFTER SONNENEINSTRAHLUNG


Während schwarzer Hautkrebs eher durch zeitweise intensive Sonnenbäder entsteht, kommt es zu weißem Hautkrebs eher an Körperstellen, die lange Zeit der Sonne ausgesetzt werden. Das Basalzellkarzinom ist der häufigste Hauttumor. Es kann in Form von erhabenen Knoten mit sichtbaren Blutgefäßen oder als rotbräunliche Flecken oder narbenähnliche Stellen auftreten. Das Plattenepithelkarzinom ist am zweithäufigsten. Es sieht aus wie knotige, schuppige graue oder gelb- lich-braune Warzen und kann bluten.

AKTINISCHE KERATOSE IST VORSTUFE DES PLATTENEPITHELKARZINOMS

Ab 35 Jahren kann man jedes zweite Jahr die Hautkrebsvorsorge in Anspruch nehmen. Die aktinische Keratose ist eine Vorstufe des Plattenepithelkarzinoms. Raue, schuppige, verhornte hautfarbene bis rötliche Stellen sind typisch. Sie bleiben oft unentdeckt, da sie Altersflecken ähneln. Häufig bilden sie sich auf Unterschenkeln, im Gesicht, an den Fingern und am Rumpf. Die Therapie besteht in der Entfernung der Hautstelle. Das Vereisen mit Stickstoff, das Abschaben,

chemische Peelings (vgl. Trichloressigsäure), die Dermabrasion (Abtragen der oberen Hautschichten) oder eine Laserbehandlung sind möglich.

AUCH MIT CREME ODER PHOTODYNAMISCHER THERAPIE BEHANDELBAR


Die aktinische Keratose kann auch lokal behandelt werden, z. B. mit einer Creme (5-Fluorouracil). In Kombination mit Salicylsäure ist der Inhaltsstoff auch in einer keratolytischen (hornlösenden) Lösung erhältlich. Auch dreiprozentiges Diclofenac in hyaluronhaltiger Gelgrundlage ist zur Behandlung zugelassen. Außerdem gibt es den Wirkstoff Imiquimod, der die örtliche Immunreaktion stimuliert. Diese Creme ist in zwei Stärken zugelassen und kann wahlweise über vier Wochen oder über 14 Tage aufgetragen werden (Gesicht und Kopfhaut). Nach einer Therapiepause kann die Behandlung wiederholt werden. Eine andere Therapie ist die photodynamische Therapie (PDT). Wichtig ist in der Folge die Anwendung von Lichtschutzpräparaten. Hierzu sollte man sich in der Apotheke beraten lassen.

SO SCHÜTZEN SIE SICH RICHTIG VOR DER SONNE:

- Lassen Sie sich in der Apotheke zur geeigneten Sonnenschutzcreme beraten.

- Tragen Sie 30 min. vor dem Sonnenbad genug Sonnenschutzcreme auf (Gesicht: Eine Fingerlänge Creme, alle anderen Stellen: 2 Fingerlängen Creme). Wichtig sind auch unbehaarte Kopfhaut, Nase, Ohren, Schultern, Dekolleté und Fußrücken.

- Tragen Sie sonnenundurchlässige Kleidung und einen Hut mit breiter Krempe.

- Setzen Sie Säuglinge und Kleinkinder nicht der direkten Sonne aus. Ihre Eigenschutzmechanismen sind noch nicht vollständig ausgebildet.

- Kinder sollten mit T-Shirt und Sonnenhut (Nackenschutz) bekleidet sein und nur im Schatten spielen. Dazu kommt kin- dergeeignete Sonnencreme.

- Nach dem Baden muss man das Sonnenschutzmittel erneut auftragen, auch wenn es wasserfest ist.

- Gehen Sie zwischen 11 und 15 Uhr nicht in die Sonne (Aufhalten im Inneren oder im Schatten).

- Schattenregel: Ist der Schatten kürzer als die eigene Körperlänge, besteht große Gefahr für eine UV-bedingte Hautschädigung.